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Kann man mit Waffen Frieden schaffen? Das ist eines der großen Dilemmata unserer Zeit.
Simon Neumann, 19 Jahre, sagt: Ja! Vor einem Jahr hat er sich freiwillig zum Wehrdienst gemeldet. Aus christlicher Verantwortung heraus, zum Schutz für andere, sagt er. Und weil die Geschichte es zeige: Das Naziregime etwa konnte nur mit Waffengewalt gestürzt werden.
Diese Entschiedenheit teilt auch Katarina Freisleder. Sie ist evangelische Pfarrerin und Militärseelsorgerin in der Sanitätsakademie in München. Auf den Schulterklappen ist ein Kreuz zu sehen. Für die Bundeswehr zu arbeiten, passt mit ihrem christlichen Menschenbild zusammen, sagt die Theologin. Weil sie sich als Friedensdienst verstehe. Freisleder kam 1975 in Leipzig auf die Welt. In einem christlichen regimekritischen Elternhaus, das sich an den Montagsdemonstrationen beteiligte. Eine Demokratie muss man schützen, weiß sie deshalb aus eigener Erfahrung.
Wie verhält sich dazu die christliche Botschaft, in deren Zentrum Gewaltverzicht und Feindesliebe stehen? Was sagen Bibel und christliche Ethik in der aktuellen Friedensdenkschrift der EKD zu diesem Dilemma? Der Theologe Dr. Maximilian Schell lehrt und forscht dazu an der evangelisch-theologischen Fakultät der LMU in München.