am 15. November 9.45 Uhr im BR Fernsehen und in der ARD Mediathek
Die Frage „Wer bin ich?“ beschäftigt einen Menschen ein Leben lang. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung machen die Person aus. Und die Devise unserer Zeit „Ich bin, was ich leiste“. Ein demenziell erkrankter Mensch verliert diese Kompetenzen: kognitive Fähigkeiten, Orientierung, den Bezug zur Realität. Aber er bleibt eine fühlende, lebendige, gesellige Person. So sagt es Rainer Liepold, evangelischer Pfarrer und Seelsorger. Er begleitet Betroffene im Lore Malsch Haus in Hohenbrunn, einer Einrichtung der Diakonie. Und ist zugleich betroffener Angehöriger, seitdem sein Vater dement ist. Liepold ist überzeugt: es gibt keinen Grund dafür, Demenz zu dämonisieren.
Die evangelische Theologin Regina Fritz von der Evangelischen Hochschule Nürnberg findet in biblischen Texten Ich-Konzepte jenseits von Leistung und Unabhängigkeit. Es tun sich neue Perspektiven auf, die überraschen – und entlasten.